Vier Babys, vier Welten

Vom ersten Atemzug bis zum ersten Schritt: „Babys“ zeigt exemplarisch, wie wir auf die Welt kommen und sie zu unserer Welt machen. Wie wir uns aneignen, was wir vorfinden und was uns umgibt. In Namibia sind das die rote Erde und die Unmittelbarkeit in einer Großfamilie fernab der Zivilisation. In den USA ist es die Krabbelgruppe, in der mit „kindgerechten“ Gesten Mother Earth herbeigesungen wird.

In der mongolischen Steppe besteht die Welt manchmal aus einer rostigen Tonne als Sitzplatz im Wind und in Tokio aus einem Appartement im Wolkenkratzer. Vier Babys, vier Welten, O-Ton und die Kamera aufs Leben scharf gestellt. In langen Einstellungen und Bildmomenten, die für sich selbst sprechen. Viermal Elternliebe und die Einsicht, dass „das Beste für unsere Kinder“ denkbar unterschiedlich interpretiert und gelebt wird.

Wie gleich werden wir geboren? Wie verschieden werden wir genährt? Mit Freiheit oder Kontrolle, mit Erklärungen oder Herzlichkeit, mit welchem Maß an Autonomie, Ermutigung, Vertrauen, welchen Vorbildern? Wer Babys liebt, wird diese ästhetische Doku-Komödie lieben. Bei genauem  Hinsehen ist sie zudem eine Studie über das Wesentliche sowie über so manche Absurdität des Fort-Schritts.

Titel: Babys
Originaltitel: Bébés
Jahr: 2010
Land: Frankreich
Regie: Thomas Balmès
Genre: Dokumentation
Im Netz:
Vertrieb: Arthaus

→ Dieser Beitrag erschien in zeitgeist-Ausgabe 30

→ Diesen Film auf DVD erwerben


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